Altpreußenzeit und Industrielle Revolution

in Calbe (1680-1919) (Raum 3)

Wenn Sie sich im Gang immer rechts halten, gelangen Sie zum dritten Geschichts-Ausstellungsraum. Er hat die Zeit der Zugehörigkeit zu Preußen seit 1680, der napoleonischen Besatzung, des deutschen Vormärz, der Revolution 1848, der industriellen Umwälzung, des Gründerzeit-Aufschwunges nach 1871 und der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts von 1914-1918 sowie die durch die Novemberrevolution 1918/19 angestoßenen Veränderungen zum Inhalt.

Gewürdigt werden die Preußen-Könige, die Calbe – nicht zuletzt durch den Zuzug französischer Hugenotten und pfälzischer Reformierter – zu einem bedeutenden Tuchproduktions-Zentrum profilierten, was zur ersten neuzeitlichen Blüte der Stadt führte.

Ein Kürass erinnert an die Zeit Calbes als Garnisonsstadt im 18. Jahrhundert, als u. a. jahrzehntelang eine Schwadron der königlichen Leibkürassiere hier einquartiert war.

Vom Bau der ersten länderübergreifenden Eisenbahnlinie 1839/40 von Magdeburg nach Leipzig über Köthen und Halle künden ein hölzerner Gründungspfeiler und verschiedene Werkzeuge.

Das Leben der Tuchmacherin Katharina Linck, die sich in Calbe als Mann verkleidete, um eine „Karriere“ als transsexueller Soldat und Ehemann zu beginnen, und schließlich 1722 in Halberstadt auf dem Schafott starb, wird auf einer kleinen Tafel skizziert.

Die Mitbegründerin der Neinstedter Waisen-und-Hilfsbedürftigen-Anstalten Marie Nathusius, die in Calbe ihre Kindheit und Jugend verlebte, sowie der linksliberale Arzt und Abgeordnete der Frankfurter Nationalversammlung Wilhelm Loewe werden auf je einer Tafel gewürdigt. Auch zu den revolutionären Ereignissen von 1848/49 in Calbe finden Sie etwas. Drei Längsschnitt-Tafeln haben die Entwicklung des Postwesens, des Geldes und der Schifffahrt von Calbe zum Inhalt. Im letzten Teil des Raumes (links neben dem Ausgang) werden die Industrialisierung und ihre sozial-ökonomischen Folgen für die Stadt dargestellt.

Durch den Ersten Weltkrieg endete die zweite neuzeitliche Blüte Calbes. Von diesem Schlag hat sich die Stadt trotz kurzer Regenerationsphasen nie wieder richtig erholt.

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Calbe im 20. Jahrhundert (Raum 4)

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